Unverträglichkeiten und Vergiftungen

Es gibt in der Hundeernährung einige Lebensmittel, die Unverträglichkeiten und Vergiftungen hervorrufen.

Wir wollen Ihnen nachfolgend wichtige Aspekte aufzeigen und erklären.

Im zweiten Teil dieses Artikels finden Sie Ratschläge, was zu tun ist, sollte Ihr Hund doch aus Versehen ungeeignete Nahrungsmittel aufgenommen haben.

Diese Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit:

Milch und Milchprodukte:

Erwachsenen Hunden fehlt das zur Verdauung von Milchzucker (Laktose) erforderliche Enzym Laktase.

Gärungsvorgänge im Darm können dann zu Durchfällen führen.

Es werden nur sehr geringe Mengen an Milch oder Kondensmilch vertragen.

Im Gegensatz dazu gibt es bei Milchprodukten wie Quark, Joghurt, Hüttenkäse, etc. in der Regel keine Probleme, da der Milchzucker in Milchsäure umgewandelt wurde, letztere wird von Hunden vertragen.

Auch hier gilt: Die Menge macht es aus. Diese Produkte sind als Ergänzung zur Ernährung geeignet.

Ausgenommen sind natürlich Hunde, die auf Milchprodukte allergisch reagieren, sie sollen logischerweise keinerlei Milchprodukte zu sich nehmen.

Rohe Stärke:

Nahrungsmittel wie Reis, Nudeln und Kartoffeln sind ungekocht grundsätzlich zur Ernährung des Hundes ungeeignet. Sie sind unverdaulich und führen zu Fehlgärungen im Darm mit Durchfällen.

Erst ausreichend langes Kochen führt diese in einen essbaren Zustand über.

Das Kochwasser von Kartoffeln ist zum Verzehr ungeeignet!

Bierhefe:

Da sie einen hohen Gehalt an B-Vitaminen ausweist, ist sie in geringen Mengen zum Verzehr geeignet.

Sie kann jedoch bei Hunden mit einer Neigung zu Harnsäuresteinen (eine Art von Nierensteinen) nicht empfohlen werden.

Sie ist leicht bitter und muß daher zunächst entsprechend vorbehandelt und sorgfältig untergemischt werden.

Kohlgemüse:

Insbesondere im Rohzustand kann dies zu erheblichen Blähungen führen. Kohl sollte daher, wenn überhaupt, nur gekocht und in kleinen Mengen gefüttert werden.

Rohes Ei/Eiweiß:

Eier werden von Hunden gerne angenommen und sind – im gekochten Zustand – gut verdaulich.

Die Fütterung von größeren Mengen rohen Eiern (mehr als 2 bis 3) ist aus zwei wesentlichen Gründen unmöglich:

Im Eiklar ist ein Trypsinhemmstoff  enthalten, der die Eiweißverdauung beeinträchtigt und damit zu Verdauungsstörungen führt.

Weiterhin kommt im Eiklar Avidin vor. Dieses bindet Biotin, das führt wiederum innerhalbe weniger Tage zu erheblichen Mangelerscheinungen.

Beide Stoffe sind thermolabil und werden durch Kochen weitgehend inaktiviert.

Auch gekochte Eier sollten nur in kleinen Mengen  gelegentlich verfüttert werden, man denke an den Cholesterinspiegel, es gelten hier die gleichen Dinge zu bedenken wie bei der Ernährung des Menschen.

Grundsätzlich ist die Fütterung von rohen Eiern (wie auch rohem Hühnerfleisch etc) aufgrund des Salmonellenrisikos als kritisch zu betrachten.

Zum einen kann der Hund selbst akut erkranken, zum anderen kann er zum Salmonellenträger und dauerhaftem -ausscheider werden.

Gerade in Haushalten mit kleinen Kindern oder chronisch kranken Menschen kann dies durchaus problematisch werden.

Hülsenfrüchte:

Ungekocht sind sie für die Fütterung ungeeignet.

Bohnen z.B. enthalten giftige Stoffe, die erst durch ausreichendes Kochen inaktiviert werden.

Im gut gekochten Zustand sind sie als Fütterungszutat geeignet, jedoch ist die Akzeptanz bei Hunden limitiert, da sie als bitter empfunden werden.

Schweinefleisch:

Rohes Schweinefleisch (gerade auch Wildschwein) kann das für Hunde ausnahmslos tödliche Aujezky-Virus übertragen.

Sobald sich ein Hund damit infiziert hat, kann er nicht mehr gerettet werden, es gibt keine Therapie.

Erst die gründliche Abkochung tötet das Virus ab.

In diesem Zusammenhang sollte deshalb auch zur Sicherheit auf die Fütterung von Schinkenknochen verzichtet werden.

Alkohol:

Alkohol hat in der Tierernährung absolut nichts zu suchen.

Bereits geringe Mengen können tödlich sein!

Schokolade, Kaffee, schwarzer Tee:

Diese Produkte enthalten Methylxanthine, die hochgradig giftig für Hunde sind. Bereits geringe Mengen reichen für eine tödliche Dosis aus.

Salzgebäck:

Der hohe Salzgehalt kann für Hunde mit Herzerkrankungen gefährlich werden.

Zwiebeln und Zwiebelgewächse (Knoblauch):

Zu den Zwiebelgewächsen zählen auch Lauch und Knoblauch.

Diese enthalten alle N-Propyl-Disulfit, das für Hunde hochgradig giftig ist.

Und dies gilt für den rohen UND den gekochten Zustand.

Der Wirkstoff führt zur Zerstörung der Erythrozyten (das sind die roten Blutkörperchen), der sogenannten Hämolyse.

Je nach Höhe der Dosis kann dies zu einer lebensbedrohlichen Anämie (Blutarmut) führen.

Die Hunderassen Akita Inu und Shiba Inu sind hierfür extrem anfällig.

Weintrauben und Rosinen:

Trauben und ihre getrocknete Form, die Rosinen, sind für Hunde toxisch und können zu Nierenschädigungen bis hin zum tödlichen Nierenversagen innerhalb von 1 bis 3 Tagen führen.

Vergiftungserscheinungen wie Erbrechen, starke Bauchschmerzen und Lethargien gehen voran.

Avocado:

Sie ist für den Hund ungeeignet, denn sie kann zu Schädigungen des Herzmuskels führen.

Obstkerne und Bittermandeln:

Problematisch und gefährlich sind hier Cyanverbindungen (z.B. Blausäure), die bereits in sehr geringen Mengen Vergiftungen hervorrufen. Es kann bis zu Atemstillständen kommen.

Macadamianüsse:

Diese Sorte Nüsse enthält cyanogene Glykoside. Bereits geringe Mengen können Vergiftungserscheinungen hervorrufen (z.B. Steifheit oder Probleme beim Laufen).

Zudem können Leberschädigungen auftreten.

Erdnüsse:

Aufgrund des Risikos einer Kontamination mit Mykotoxinen (Aflatoxin) werden sie nur selten verwendet.

Was tun, sollte der Hund ungeeignete, gefährliche oder giftige Nahrungsmittel aufgenommen haben?

Grundsätzlicher Rat:

Legen Sie eine kleine Mappe an, in der sich der Impfpass und wichtige Unterlagen des Hundes befinden sollten:

Vermerken Sie, welche Vorerkrankungen der Hund hat(te), welche Medikamente er einzunehmen hat, eventuelle Operationsberichte und Informationen über Allergien und Unverträglichkeiten sollten auch enthalten sein.

Diese Mappe griffbereit halten, immer zum Tierarzt/in die Klinik mitnehmen. Bei Reisen sollte diese Bestandteil des Gepäcks sein oder in der Tierpension mit abgegeben werden.

Vorgehen im Fall eines (Vergiftungs-)Notfalls:

  • Ruhe bewahren.
  • Den Hund nicht mehr füttern, nichts mehr zu trinken geben.
  • UMGEHEND Ihren Tierarzt, die nächste Tierklinik oder den tierärztlichen Notdienst kontaktieren.
    Sie sollten diese Telefonnummern – wie alle Notfallnummern – grundsätzlich parat haben. Es kostet viel Zeit, diese im Notfall erst heraussuchen zu müssen.
  • Kündigen Sie an, daß Sie so schnell als möglich mit Ihrem Tier mit Verdacht auf eine akute Vergiftung eintreffen werden.
  • Schreiben Sie kurz auf, was, wie viel und zu welcher Uhrzeit der Hund möglicherweise aufgenommen hat.
  • Nehmen Sie eine Probe davon mit, was der Hund gefressen haben könnte (gerade auch, wenn es undefinierbar aussieht).
  • Sollte der Hund erbrechen oder abkoten, auch hiervon etwas aufsammeln und mitnehmen.
  • Informationsmappe (siehe oben) mitnehmen.
  • Sobald Sie beim Tierarzt/in der Klinik eingetroffen sind, melden Sie sich umgehend an der Anmeldung mit dem klaren Hinweis, daß Sie den vorangekündigten Notfall bringen, der umgehend ärztlicher Hilfe bedarf.

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